Wie erzählt man 2000 Jahre Stadtgeschichte, ohne sich in Jahreszahlen zu verlieren? Das Stadtmuseum Baden-Baden versucht es mit 50 sorgfältig ausgewählten Dingen. Die Ausstellung „2000 Jahre in 50 Objekten“ führt vom römischen Kurbad über die markgräfliche Residenz und das mondäne Weltbad des 19. Jahrhunderts bis in die jüngere Vergangenheit.
Zu sehen sind Alltagsgegenstände ebenso wie kostbare Luxusgüter, archäologische Funde, Kunstwerke und überraschende Zeugnisse aus dem Stadtleben. Eine römische Goldmünze trifft auf bemalte Gefäße der Klosterapotheke Schwarzach, Pfauenfliesen aus dem Kaiserin-Augusta-Bad und eine japanische Lacktruhe aus dem Besitz der Großherzogin Stéphanie von Baden. Gerade diese Truhe sorgte bei der Vorbereitung für eine Überraschung: Neue Untersuchungen datieren sie auf das Jahr 1640 – rund zwei Jahrhunderte früher als bislang angenommen.
Die Exponate stehen nicht für sich allein. Begleitende Bilder, Grafiken und Texte stellen Zusammenhänge her und zeigen, welche Geschichten sich hinter den Dingen verbergen. Auch bekannte Stücke der Dauerausstellung werden neu befragt und in ungewohnte Kontexte gerückt. So entsteht kein lückenloser Geschichtsabriss, sondern ein facettenreiches, manchmal überraschendes Porträt der Stadt.
Ausgewählt wurden die 50 Exponate aus einer Sammlung von mehr als 50.000 Objekten, die 1892 begründet wurde und bis heute wesentlich von Schenkungen und Stiftungen getragen ist. Anlass der Ausstellung ist das Erscheinen eines reich bebilderten Auswahlkatalogs:
„Stadtmuseum Baden-Baden – 2000 Jahre in 50 Objekten“ (Verlag Schnell & Steiner, 19,95 €)
Stadtmuseum Baden-Baden, 18. April bis 13. September 2026







